Aufgrund der Wahrnehmung der ersten Angstattacke ist der Patient irritiert und versteht oftmals nicht, was der Grund für seine starken Angstgefühle war. Meist erfolgt ein Arztbesuch, der im Falle einer Angstkrankheit oft nicht ergiebig ist, da der Arzt keine körperlichen Beschwerden feststellen kann.
Nach dem mehrmaligem Auftreten einer Angstattacke wird der „Teufelskreis der Angst“ oder auch „Angstspirale“ genannt in Gang gesetzt.
Die Wahrnehmung der phobischen Situation oder des phobischen Objekts lösen nun Gedanken der „Gefahr“ aus. Bei schweren Angststörungen kann das Angstgefühl auch schon bei der blossen Vorstellung der Situation eintreten. Dieses Gefühl ist jeweils mit den weiter vorne beschriebenen somatischen Beschwerden verbunden, welche von den Sinneszellen real wahrgenommen werden. Die meisten Patienten berichten davon, dass sie während einer Angstattacke Todesangst empfinden. Diese Gedanken entstehen vor allem aufgrund des unregelmässigen und schnellen Pulses, sowie den Atembeschwerden. Diese Empfindungen bedingen automatisch eine Angst, an diesen Symptomen sterben zu können.
Das Aushalten dieser schweren psychischen Belastung, verknüpft mit den real empfundenen körperlichen Symptomen ist für den Patienten extrem anstrengend und für gesunde Menschen eine kaum vorstellbare Qual. Die körpereigenen Sinneszellen nehmen diese körperlichen Belastungen wahr; entsprechende Informationen gelangen nun ins Gehirn. Der Patient realisiert eine Veränderung seines Körpers, wenn er sich in der phobischen Situation befindet oder sogar bereits dann, wenn er sich die phobische Situation oder das Objekt nur schon vorstellt. Auch merkt er, dass sich der Körper nach der Exposition, also bei einer Flucht vor der Situation wieder langsam normalisiert.
Durch wiederholtes Auftreten der Angst wird der Patient die phobische Situation oder das phobische Objekt in seinem Alltag zu vermeiden versuchen. Die Erwartungsangst, also die Angst vor der Angst kommt nun zum Tragen. Die Verhaltenspsychologie geht von der Theorie aus, dass der Mensch Verhaltensabläufe erlernt. Auf die Situation der Angstattacke angewendet bedeutet dies, dass der Patient bei wiederholtem Auftreten der Angst in der Situation oder mit dem Objekt lernt, dass eine Flucht (Kampf-Flucht Verhalten, Vermeidungsverhalten) aus der Situation oder vom Objekt weg die psychischen- und somatischen Symptome lindert und verschwinden lässt. Der Patient wird daher wie bereits erwähnt zukünftig der Situation oder dem Objekt ausweichen, um die Angstgefühle zu vermeiden. Das beschriebene Verhaltensmuster ist die psychische Symptomgruppe der Angstsymptome.
Durch den beschriebenen «Teufelskreis der Angst» kann sich die Angststörung also im Menschen festsetzen, die «Angst» wird vom Menschen sozusagen erlernt.