Zusammenfassung

Eine Angstkrankheit ist eine Störung in der Wahrnehmung eines Menschen. Eine eigentlich harmlose Situation oder ein ungefährliches Objekt wird als sehr gefährlich wahrgenommen. Bei Kontakt mit eben dieser Situation oder diesem Objekt entstehen sehr starke Ängste, die sich in psychischen-, wie auch körperlichen Symptomen äussern. Es gibt sehr viele unterschiedliche Krankheitsbilder, bei denen die körperlichen- und psychischen Symptome jedoch grösstenteils übereinstimmen. Auch gibt es viele Theorien und Vermutungen zur Entstehung und Therapie von Angstkrankheiten. In meiner Maturarbeit stelle ich hauptsächlich die wissenschaftlich fundierten Theorien zu den Angststörungen vor. Dabei nimmt man grundsätzlich an, dass viele verschiedene Faktoren für den Ausbruch einer Angstkrankheit verantwortlich sind. Die wichtigsten sind die Prädisposition durch Umwelteinflüsse, eine spezifische, krankheitsauslösende Lebenssituation (z.B. Stress) oder ein prägendes Erlebnis (z.B. ein Unfall), aber auch genetische Veranlagung.

Die wissenschaftlich entwickelte Lerntheorie besagt, dass der Mensch bei der ersten Angstattacke lernt, dass ein Vermeidungsverhalten (Flucht vor der Angst) die Angst abschwächt und diese für den Moment verschwinden lässt. Bei einer zukünftigen Angstattacke wird die Vermeidungsstrategie wiederholt. Dadurch setzt sich die Krankheit fest und verschlimmert sich, da der Patient sich nun noch zusätzlich vor der Angst und nicht nur der Situation oder dem Objekt fürchtet. Der betroffene Mensch leidet nun so sehr an der Angstkrankheit, dass sein Leben (oder bei einem Kind die Entwicklung) stark beeinträchtigt wird.

Die phobische Situation oder das phobische Objekt wird nun vom Betroffenen gemieden. In schweren Fällen ziehen sich Patienten völlig zurück und beginnen sich aufgrund der eigentlichen Angst und der Scham für die Angst zu isolieren.

Detailliertere theoretische Erkenntnisse und Beschreibungen einiger Krankheitsbilder finden sich im ersten Hauptteil (Kapitel «Theoretischer Teil») meiner Arbeit.

Statistiken und Umfragen haben ergeben, dass weltweit etwa 10-20% aller Menschen im Verlauf ihres Leben mindestens einmal an einer Angststörung leiden. Zu einem grösseren Anteil sind Frauen von dieser Krankheitsform betroffen.

Angststörungen gelten für einige Fachleute als Modekrankheit der heutigen, hektischen Zeit und sind vor allem durch Stress, aber auch durch psychische Belastungen begünstigt. Ebenfalls ein krankheitsbegünstigender Faktor ist, dass gerade wegen dem Leistungsdruck viele Menschen Gefühle zu stark unterdrücken und zu wenig auf sich selber hören.

Tatsache ist, dass die Zahl der Betroffenen in den letzten 20 Jahren laut einer Psychologin der psychiatrischen Universitätsklinik Basel stetig zugenommen hat. Diese bereits vorhandenen Erkenntnisse wollte ich überprüfen und auch zusätzliche Fragen zu beantworten versuchen. Deshalb machte ich eine Umfrage mittels Fragebogen, den ich via Selbsthilfegruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verteilen liess.

Davon habe ich einige Fragebogen zurückerhalten und ausgewertet. Besonders bemerkenswert finde ich die Feststellung, dass mehr als die Hälfte aller Befragten bereits länger als 10 Jahre an ihrer Angststörung leiden. Obwohl sie Therapien und andere Behandlungsmöglichkeiten versucht haben, scheinen nur geringe bis gar keine Verbesserungen eingetreten zu sein.

Weitere Angaben, die gemacht wurden und Vermutungen, die ich dazu angestellt habe, finden sich im zweiten Hauptteil (Kapitel «Auswertung der Fragebogen und eines Interviews») meiner Arbeit.

Für die Behandlungsmöglichkeiten besagt der aktuellste, wissenschaftliche Ansatz, dass Betroffene das gelernte Angst-Vermeidungs-Verhalten mit einer speziellen Therapie auch wieder verlernen und sie die Angst dadurch völlig oder zu einem grossen Anteil wieder verlieren können. Diese spezielle Therapieform ist die Verhaltenstherapie, die als Ziel eine Konfrontation mit der phobischen Situation oder dem phobischen Objekt anstrebt. Dabei wird dem Patienten das gelernte Verhalten systematisch abgewöhnt.

Um eine Therapie zu unterstützen, existieren zahlreiche Hilfsmittel, wie z.B. körperliche Entspannungstechniken oder auch Psychopharmaka.

Weitere Therapieformen, sowie auch Alternativen oder Ergänzungen zu Therapien finden sich im dritten Hauptteil (Kapitel «Was man gegen Angstkrankheiten machen kann») meiner Arbeit.