Agoraphobie (Diagnostik)

Die Agoraphobie (Lebenszeitprävalenz 5%) ist die schwerwiegendste Phobie. Sie ist häufig mit der Panikstörung assoziiert und beginnt i.d.R. mit einer Reihe von Panikattacken[3].

Bei der Agoraphobie besteht nicht nur Angst vor weiten Plätzen (agora = Marktplatz), sondern vor allen Situationen ausserhalb der gewohnten Umgebung und bei beschränkten Möglichkeiten zur Flucht oder Hilfe von aussen. Eigentlich Angst auslösend ist die Vorstellung, dass dabei die Situation ausser Kontrolle gerät, dass es plötzlich zu Schwindel, Entfremdungsgefühlen, Ohnmacht oder noch schlimmer gar zum Herzinfarkt oder Tod kommen könnte.

Typische angstbesetzte Situationen sind Menschenmengen, Schlange stehen, öffentliche Plätze, Kaufhäuser, Aufzüge. Dadurch werden die Betroffenen oft unfähig, alltägliche Verrichtungen auszuführen. Das Vermeidungsverhalten kann zu völligen sozialen Rückzug führen. Der Agoraphobiker ist gedanklich ständig mit «Notausgangsszenarien» beschäftigt.

Suchen Patienten mit Agoraphobie den Arzt auf, ist oft nur wenig von ihrer Angst zu spüren, es sei denn, sie beziehe sich auf das ärztliche Gespräch. Dies kann dazu führen, dass sie von Fachleuten, Angehörigen und Freunden nicht ernst genommen oder gar als Simulanten abgestempelt werden