Generalisierte Angststörung

Trotz einer Lebenszeitprävalenz von bis 8% wurde die Generalisierte Angststörung (GAS) u.a. wegen ihrer weniger dramatischen Symptome lange in ihrer Bedeutung unterschätzt[2].

Im Gegensatz zu Panikstörung und den Phobien besteht bei der generalisierten Angststörung eine andauernde Angstsymptomatik über mindestens mehrere Wochen (ICD-10) bzw. mindestens 6 Monate (DSM-IV). Gegenstand der Angst sind anhaltende, im Ausmass übertriebene, quälende Befürchtungen, die sich auf alles beziehen können und als «frei flottierend» bezeichnet werden. Da das übertriebene Ausmass der Ängste und Befürchtungen den Betroffenen durchaus bewusst ist, werden die Sorgen selbst zum Gegenstand der Besorgnis («worrying about worrying»).

Die anhaltende Symptomatik verhindert eine Entspannung und führt zu Konzentrationsstörungen, Nervosität, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Erschöpfbarkeit, Muskelverspannungen und Kopfschmerzen. Die vegetative Übererregbarkeit äussert sich in Schwindel, Schwitzen, Hitzewallungen, Kälteschauer, Globusgefühl, Mundtrockenheit, Tachykardie, Palpitationen, Nausea, Diarrhoe oder Pollakisurie. Der Verlauf der GAS ist chronisch, wobei die Symptome sich mit der Zeit abschwächen können. Ohne Behandlung treten fast immer sekundäre Depressionen auf[2][7].