» am 12.1.2008 veröffentlicht wurde, schätzt erstmals die Gesamtkosten von Gehirn-Erkrankungen in der Schweiz. Hier auf dieser Seite werden diese Daten bezüglich Angststörungen und affektiver Störungen betrachtet.Unter Gehirnerkrankungen weden auch Krankheiten und Verletzungen des zentralen und peripheren Nervensystems mit einbezogen.
Psychische Störungen (mental disorders)
Neurologische/Neurochirurgische Störungen
Demenz wird in Statistiken zu 50% zu den psychischen und zu 50% zu den neurologischen Störungen gerechnet. Auf dieser Seite wird Demenz jedoch nur unter den neurologischen Störungen aufgeführt.
Ängste treten bei vielen Krankheiten zusätzlich auf (Komorbidität). Unter Angststörungen sind hier nur jene Störungen aufgeführt, die alleine oder als primäre Krankheit aufgetreten sind. Wenn ein Patient zusätzlich zu einer Angststörung auch noch Depressionen hat, so wird er bei den affektiven Störungen nicht nochmals aufgeführt.
| Personen | in % | in % | Kosten | in % | pro Patient | pro Person | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Total | (1) 7’415’000 | 100.0 | (2) 32.500 | 100.0 | 4'383 | ||
| Gehirn Erkrankungen | 2'050'000 | 27.6 | 100.0 | 8.941 | 27.5 | 4'361 | 1'206 |
| Psychische Störungen | 1'271'000 | 17.1 | 62.0 | (3) 5.661 | 17.4 | 4'454 | 763 |
| Angststörungen | 713'000 | 9.6 | 34.8 | 1.091 | 3.4 | 1'530 | 147 |
| Affektive Störungen | 371'000 | 5.0 | 18.1 | 2.618 | 8.1 | 7'057 | 353 |
| Einheiten (4) | Mia €PPP | €PPP | €PPP |
(1) Einwohnerzahl Schweiz 2004 (siehe Bundesamt für Statistik
)
(2) Total Gesundheitskosten Schweiz 2004
(3) Schätzwert der Studie; Aktueller Wert Schweiz 2004: 5.3 Mia €
(4) PPP = Purchasing Power Parity = Kaufkraftbereinigt (siehe Kaufkraftparität
)
Die ermittelten Kosten setzen sich zusammen aus:
Bei Angststörungen und affektiven Störungen gibt es keine Daten für Nicht-Medizinische Kosten (z.B. Transport und Begleitungen). Die indirekten Kosten bei Angststörungen enthalten nur die Kosten für Arbeitstage, in denen der Patient arbeitsunfähig war (Krankschreibung). Daten über angefallene Kosten infolge einer Reduktion der Leistungsfähigkeit sind nicht vorhanden.
Aufgrund der Vielfältigkeit oder einfach weil entsprechende Daten fehlen wurden einige Gruppen von Erkrankungen nicht in die Studie aufgenommen: Essstörungen, somatoforme Störungen, neuromuskuläre Störungen und Entwicklungsstörungen.
Von allen Gehirnerkrankungen haben Angststörungen mit 34.8% den grössten Anteil.
Mehr als die Hälfte (56%) der psychischen Störungen sind Angststörungen.
Obwohl Angststörungen so verbreitet sind, sind die Kosten pro Patient vergleichsweise gering:
Angststörungen: 1'530 €/Jahr/Patient Affektive Störungen: 7'057 €/Jahr/Patient Durchschnitt Gehirnerkrankungen: 4'361 €/Jahr/Patient
Die 1-Jahres Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) von Angststörungen beträgt in der Schweiz 9.6% und in Europa rund 12%. Das heisst: 2004 litten 9.6% der Schweizer oder rund 713'000 Personen an einer Angststörung.
Gehirnerkrankungen verbrauchen 4% des Bruttoinlandproduktes und kosten jeden Schweizer ca. 1'200 € pro Jahr. Die Kosten für psychische Störungen sind 763 € pro Einwohner pro Jahr. Die Kosten für Angststörungen sind 147 € pro Einwohner pro Jahr.
In Anbetracht der hohen Krankheitshäufigkeit, der chronischen Natur und der grossen Beharrlichkeit von Angststörungen und der zunehmenden Anzahl an Komplikationen muss angenommen werden, dass die nicht erfassten indirekten Kosten sehr hoch sind.
33% der Europäer leiden an einer Gehirnerkrankung, mehr als 20% an einer psychischen Störung. Das Lebenszeit-Risiko eine Gehirnerkrankung zu erleiden kann aufgrund fehlender Studien nicht abgeschätzt werden - beträgt aber mindestens 51%! (Quelle: [3] Seite 75
)