Am Anfang der Behandlung steht die Aufklärung über Ursachen und Wesen der Angst. Für den Patienten ist besonders wichtig zu erfahren, dass er, auch wenn keine körperliche Krankheit nachweisbar ist, ein behandlungswürdiges Leiden hat. Für den Patienten, der den allgemeinärztlichen Notfalldienst wegen einer Panikattacke aufgesucht hat, ist es enttäuschend und objektiv falsch, wenn er nach der körperlichen Untersuchung erfährt, dass ihm nichts fehle.
In leichten Fällen können Aufklärung und Patientenratgeber über Angst schon zum Therapieziel führen[4]. Es gibt verschiedenerorts Selbsthilfegruppen, deren Adressen über psychiatrische Institutionen zu erhalten sind. Seit August 2000 gibt es die «Angst- und Panikhilfe Schweiz» (APhS). Diese gemeinnützige, politisch und konfessionell neutrale Organisation bietet Betroffenen, Angehörigen und regionalen Selbsthilfegruppen eine nationale Anlaufstelle.
Sind Stress oder diätetische Faktoren für die Entstehung der Angsterkrankung mitverantwortlich, kann die Umstellung der Lebensweise entscheidende therapeutische Bedeutung haben (Reduktion Stress, Verminderung von Koffein-, Alkohol und Drogenkonsum). Auch der einmalige oder kurzfristige Einsatz von Benzodiazepinen oder Betablockern kann z.B. vor einer Operation, einer ängstigenden Untersuchung im MRI oder einer Prüfung sinnvoll sein. Vor Prüfungen sollten die Medikamente in einem «Testlauf» auf ihre Verträglichkeit geprüft werden.
Angstattacken können jederzeit auftreten und sind für den Patienten eine Notfallsituation. Daher erfordert die Behandlung von Angststörungen am Anfang eine intensive, engmaschige Betreuung bei guter Erreichbarkeit des Arztes. Das Wissen um eine Notfallnummer ist beruhigend und erspart manches Notfalltelefon.
Wenn diagnostische Unsicherheit besteht, der Patient deutlich beeinträchtigt ist und bei psychischer Komorbidität, sollte der Spezialist hinzugezogen werden[1].