Andi ist im Vorstand von APhS und Mitbetreuer der Hotline der Anlaufstelle.
Meine ersten Panikattacken hatte ich im Alter von 11 Jahren. Mein Zustand verschlechterte sich sukzessive, bis es mir unmöglich war, die Wohnung zu verlassen. Nach einem Spitalaufenthalt, der zur Abklärung meines Zustandes notwendig war, musste ich während 18 Monaten einen Kuraufenthalt in einem Kinderheim absolvieren. Daraufhin folgte eine langjährige Behandlung mit Benzodiazepinen und Gesprächstherapie beim Psychiater. Dabei lernte ich, wie ich eine Verhaltenstherapie in eigener Regie durchführen kann. Mit Hilfe dieser Therapie gelang es mir bis zum zwanzigsten Lebensjahr, meine Krankheit beinahe in den Griff zu bekommen.
Den berufliche Werdegang konnte ich nicht meinen Wünschen und Neigungen entsprechend gestalten, hier nahmen die Angst- und Panikattacken einen bestimmenden Einfluss auf meine Berufs- und Arbeitgeberwahl.
4 Jahre später begannen die Panikattacken erneut. Der Grund war eine zu grosse psychische Belastung. Die schleichende Verschlechterung meines Zustandes führte bis hin zur Gefangenschaft in der Wohnung.
Daraufhin begann ich mit verschiedenen Therapien (Gesprächs-, Verhaltens- und Imaginationstherapie) und wurde später für 4 Monaten in die psychiatrische Klinik Schützen in Rheinfelden eingewiesen. Nach mehrjähriger Einzel- und Gruppen-Psychotherapie erreichte ich einen relativ guten Zustand.
Ein erneuter Absturz zwang mich, meine Krankheit mit Medikamenten zu bekämpfen. Mir wurden Antidepressiva der Gruppe SSRI (Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer) verordnet, mit deren Hilfe meine Panikattacken nahezu gestoppt werden konnten.
Seither, es sind etwa 4 Jahre her, erlebe ich eine kontinuierliche Besserung meines Gesundheitszustandes. Seit 2 Jahren habe ich keine Therapien mehr, da ich Verhaltenstherapie in Eigenregie durchführe. Durch meine berufliche Selbständigkeit kann ich, soweit es überhaupt möglich ist, meine Arbeit "krankheitskonform" gestalten.