Pierrette ist Mitgründerin von APhS und war bis Anfang 2003 Vorstandsmitglied.
Kreislaufzusammenbruch in einem öffentlichen Verkehrsmittel. Von da an regelmässig wiederkehrende Panikattacken.
Damals gab es keine APhS und die Ärzte hier in der Schweiz waren noch nicht so aufgeklärt über diese Krankheit, wie das heute der Fall ist. So wurden bei mir Fehldiagnosen gestellt und ich wurde auf die Symptome (Kreislaufschwäche, Jugenddepression) behandelt ohne die wirkliche Erkrankung oder Ursache erkannt zu haben.
Durch die verschriebenen Tabletten (Benzodiazepine) schlitterte ich in eine Medikamentensucht und plante auch mehrfach meine Selbsttötung, weil ich keinen Sinn mehr in meiner Existenz und meinem tristen Dasein sah. Jeder Tag der vorbei ging, bedeutete einen Tag weniger in meinem unerträglichen Leben mit der Angst. Alles überforderte mich, ich sah mich nur noch als Last für mein Umfeld. Keine Minute hielt ich es irgendwo alleine aus, es musste immer irgendjemand bei mir sein. Einkaufen, Ausflüge oder Behördengänge waren unmöglich geworden durch den stetigen Rückzug in meine Isolation.
In der Tagespresse lese ich einen kleinen Artikel über die Gründung einer Angst-Selbsthilfegruppe in Zürich. Ich fasse es nicht! Meine Gefühle haben einen Namen, ich bin nicht der einzige Mensch auf dieser Welt, der darunter leidet, bin nicht geisteskrank. Nach 6 Jahren im Dunkel meiner Krankheit erlebe ich zum ersten Mal wieder das Gefühl der Hoffnung. Ich verschlinge Bücher zur Thematik, knüpfe Kontakte zu einer Selbsthilfegruppe, gründe selber Gruppen im Kanton Solothurn und leiste Öffentlichkeitsarbeit:
Durch meine Arbeit für APhS lernte ich die Krankheit immer besser kennen und verstehen. Es gibt kaum eine Therapie oder alternative Heilmethode, die ich nicht ausprobierte um gesund zu werden in all den Jahren. Viele Wege führen zum Ziel! Ich habe meine eigenen Wege gefunden und befinde mich seit einiger Zeit schon auf dem Weg zur Besserung/Heilung. Nach der Medikamentensucht begann die Medikamentenphobie. Auch diese konnte ich nach Jahren überwinden und vertraue heute unter Anderem auch wieder auf die Schulmedizin. Mein Leben hat wieder Qualität, auch wenn ich hier und dort noch eingeschränkt bin. Der Wunsch, wieder ein ganz normales Leben führen zu können, ist meine treibende Kraft nach Vorne.