Wenn Banalitäten zum Albtraum werden

Als ich ca. 18 Jahre alt war, hatte ich meine erste Panikattacke. Wir waren mit dem Auto unterwegs und ich befürchtete plötzlich, dass ich ganz dringend auf's WC müsse und dass so schnell keins gefunden werden könnte. Es war wie ein Albtraum, aber Realität!

Nach diesem Erlebnis konnte ich jahrelang nur mit Müh und Not eine Autofahrt bewältigen. Durch Zufall kam ich an ein Buch von Frau Doris Wolf (Gefühle verstehen und bewältigen), das mir half, meine Ängste zu erkennen und zu überwinden. Ich lebte dann eine Zeitlang fast angstfrei.

Vor 2 Jahren kriegte ich plötzlich nächtliche Asthmaanfälle. Ich testete mich durch beim Allergologen, der aber keine Ursachen fand. Schlisslich entschied ich mich für eine Gesprächstherapie bei einem Psychiater, um vielleicht der Ursache auf den Grund zu kommen. Vor der 4. Sitzung beim Arzt (er liess mich 20 Min. im Wartezimmer warten) merkte ich plötzlich, dass ich eine Panikattacke bekomme. Ich hatte plötzlich das Gefühl, jetzt gleich in Ohnmacht zu fallen.

So fing es wieder an. Es kam durch die Therapiesitzungen zu parterschaftlichen Problemen und die Ängste vermehrten sich. Ich hatte ständig Angst vor der Angst, dass sie wiederkommen könnte. Sie kam auch ab und zu wieder und ich fing mit einem Medikament an (Seropram 1 mal täglich). Ich war im Dezember letzen Jahres noch eine Woche in einer Kur, die mir sehr gut tat.

Ich habe heute kein Asthma mehr, weil ich merkte, je schlechter es mir psychisch ging, desto besser war es mit dem Asthma. Ich habe auch mein Medikament wieder abgesetz, weil ich mich fest mit den Grundursachen meiner Ängste beschäftige und sie lerne zu verstehen. Zur Zeit bin ich Panikfrei, nur die Angst vor der Angst ist manchmal noch gegenwärtig.